Anamnese und körperliche Untersuchung


p1000491

1. Die Anamnese (griech.: Erinnerung)

bedeutet das In-Worte-Bringen des Vergangenen.
Sehr gründlich und ausführlich wird die Vorgeschichte des Patienten erfragt, ebenso die Krankheitsentwicklung und die aktuelle Befindlichkeit.
Eine wichtige Rolle spielen auch die Familienanamnese (ähnlich Erkankungen bei anderen Familienmitgliedern) und die gegenwärtige Lebenssituation des Patienten (Lebens-, Wohn-, Arbeitsverhältnisse, Partnerschaftsprobleme, Sorgen, permanente Überforderung, ....)

Die Anamnese ist keine Untersuchung, sondern nur eine Befragung bzw. ein Gespräch, das lediglich der Bestandsaufnahme dient und noch kein therapeutisches Anliegen hat.

Um Ihnen und mir Zeit zu sparen, gebe ich Ihnen einen Anamnesebogen mit, den Sie bitte sorgfältig ausfüllen und mir bis zum nächsten Termin zukommen lassen. So kann ich mir ergänzende Schritte überlegen.


2. Die körperliche Untersuchung umfasst die:


  • Inspektion (lat.: Einsicht, Durchsicht) - die Betrachtung des nahezu unbekleideten Körpers gibt Informationen zum allgemeinen Körperzustand, zum Körperbau, den Proportionen, der Haut, sowie krankhaften Veränderungen von der Norm.
  • Palpation (lat.: streicheln) - Abtasten der Körperoberfläche, um darunter liegende Organe und Körperstrukturen zu beurteilen. Dabei spielen die Konsistenz, Elastizität, Beweglichkeit, Schmerzempfindlichkeit und Größe der Organe und Körperstrukturen eine wichtige Rolle.
  • Auskultation (lat.: zuhören, horchen) - Abhören eines Organs mit dem Stethoskop.

Auskultiert werden die Lungen, um festzustellen, ob das Atemgeräusch normal oder pathologisch ist bzw. ob Atemnebengeräusche (Rasselgeräusche, Reibegräusche) vorhanden sind. 
Beim Abhören des Herzens unterscheidet man zwischen Herztönen und Herzgeräuschen.
Die Auskultation des Bauches dient der Beurteilung der Darmtätigkeit, insbesondere zur Erkennung eines Darmverschlusses.
Blutgefäße werden ebenfalls abgehört. Bei Strömungsgeräuschen liegt eine Verengung der Gefäße vor.

  • Perkussion bedeutet in der Medizin das Abklopfen der Körperoberfläche. Das darunter liegende Gewebe wird in Schwingungen versetzt, und über die daraus entstehenden unterschiedlichen Schallqualitäten können die Größe und Lage von Organen beurteilt werden, ebenso wie der Luftgehalt des Gewebes (Lunge).